Schlagwort Primrose Frostine

Heroes of Tomorrow – Episode 5

Episode 5: The Intricacies

 

Rem – 23. September 2018

 

Ich wachte in meinem Bett auf. Ich wischte mir den Schlaf aus den Augen und sah mich um. Alles wie immer. Meine Comics waren noch immer in der einen Zimmerecke, zusammen mit meinen Action-Figuren, und das Aquarium mit den fröhlich herumschwimmenden Fischen erhellte den dunklen Raum. Ich sah auf den Digitalwecker auf meinem Nachttisch: 2:00 Uhr in der Früh. Ich war von lauten Geräuschen wach geworden, die von unten aus dem Wohnzimmer kamen. Leise stand ich auf und schlich zur Zimmertür. War ich irgendwie kleiner als sonst?

 

So leise wie möglich öffnete ich meine quietschende Zimmertür. Unten brannte das Licht und ich hörte meine Eltern. «Hör auf, Logan! Du bist betrunken!», rief meine Mutter. Sie klang… verängstigt. Etwas klirrte. Dad schien wieder Geschirr durchs Haus zu schmeissen. «N-nein! Ich beruhige mich… nicht, Melissa!!! Wo sind meine Kinder!», schrie mein Vater. Ich hatte ihn schon lange nicht mehr so betrunken erlebt. Ich hörte Hope aus ihrem Zimmer weinen. Kurz wurde es still unten. Dann taumelte mein Vater Richtung Treppe: «Ich geh jetzt zu meiner Tochter!» Moms rannte schnell hinterher. Zumindest klang es so. Sie packte ihn: «Nein! So lass ich dich nicht zu meinem Baby!»

 

Ich hörte ein lautes Klatschen. Mein Vater schrie erneut: «Lass mich los!» Mom wimmerte, gab aber nicht nach: «So lass ich dich nicht zu meinen Kindern, du Monster!!!» Sie schrie. Schnell rannte ich nach unten. Auf der letzten Stufe erstarrte ich. Dort, im Wohnzimmer… lag meine Mutter auf dem Boden. Sie war absolut regungslos und hatte ein Küchenmesser in der Brust stecken.

 

Ich rannte so schnell auf sie zu, dass ich stolperte. Kurz vor ihr trat ich auf den Boden auf und landete mit den Händen in der Blutpfütze, die sich langsam um sie ausbreitete. Ihre Haut war absolut leblos. Ich schüttelte sie verzweifelt: «Mom? Mom?! Mom, sag was!!!» Keine Reaktion. Aber ich konnte nicht aufhören. Ich konnte vor lauter Tränen kaum sehen und meine Hände waren blutverschmiert. Ich schrie. Ich schrie mir die Seele aus dem Leib. Hopes Weinen war lauter geworden. Die leblosen Augen meiner Mutter starrten ins Nichts. Und vor mir stand mein Vater, auf sein Werk herabblickend. Er lachte.

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