Heroes of Tomorrow – Episode 2

Episode 2: What it takes to be a hero

 

Nate – 1. August 2018

 

Ich rannte. Schweiss lief mir vom Gesicht, aber ich ignorierte ihn. Nur noch hundert Meter. Meine Armbanduhr piepste, mein Signal für die Liegestütze. Ich warf mich auf den Boden und legte zehn Liegestütze hin. Meine Arme fühlten sich an, als wären nur noch Knochen vorhanden, aber ich machte weiter. Ich stellte mich auf und rannte mit aller Kraft los. 50 Meter… 30 Meter… 10… fertig!

 

Ich warf mich auf den Boden. Das Gras im Carl Schurz Park war zum Glück schön weich. Gerade ging die Sonne über dem East River auf und tauchte den ganzen Fluss in ein rötliches Licht. Heute war es so weit. Die grosse Prüfung stand an. Die Prüfung an der New York Hero Academy. Auch bekannt als, die Prüfung, die über den Rest meines Lebens entscheiden würde. Ich machte mir keine Sorgen um den schriftlichen Teil. Die fragen bestanden grössten Teils aus ‘Was tust du in dieser Situation und was in jener’. Im Grunde nicht anders als wenn man den Führerschein macht. Andererseits steht hier deutlich mehr auf dem Spiel als Moms alter Audi.

 

Jedenfalls zerbrach ich mir am meisten wegen der praktischen Prüfung den Kopf. Die Vergangenheit hatte gezeigt, dass es alles sein konnte, von einem Hindernis Parkour bis hin zum Bekämpfen eines falschen Bösewichts. Und ich hatte immer noch nicht gelernt, wie ich meinen Quirk kontrolliere. Mir hatte der Mut gefehlt, es auszuprobieren. Aber ich hatte den Merksatz der mysteriösen Frau mit den goldenen Augen tief in mir verankert: ‘Verteil deine Kraft auf ein spezifisches Körperteil, wie den Arm.’ Ungefähr so hatte sie es gesagt. Naja, heute wurde diese Strategie auf die Probe gestellt. Nur noch kurz nach Hause und duschen.

Ich trat in unser Apartment und warf meine Trainings Schuhe in eine Ecke. Jessie rannte sofort zu mir und leckte liebevoll meine Hand. Wir hatten uns den deutschen Schäferhund vor etwa 3 Jahren zugelegt. Sie hatte echt wieder Leben in die Hütte gebracht. Damals war sie noch ein Welpe gewesen. Jetzt war sie ein ausgewachsener Wachhund. Ich streichelte ihren flauschigen Kopf. Mein blauer Trainingsanzug war ganz verschwitzt. Ich musste besser auf mein Lieblingskleidungsstück achtgeben. Die letzten drei Monate hatte ich ihn eindeutig übernutzt. Aber mit Ergebnis: In zwei Monaten hatte ich trainiert ohne Ende und war jetzt definitiv bereit für die Aufnahmeprüfung. Ich war noch nicht in Optimal Form, aber ein gewisses Mass an Muskeln war da.

 

Ich wollte gerade ins Badezimmer gehen, als ich mein Mutter bemerkte, die am Esstisch sass und mich mit verschränkten Händen ansah. Ihre Augen sahen müde aus, als ob sie die letzte Nacht nicht geschlafen hatte, und mir schien, als ob sie einig graue Haare mehr hatte. Sie lächelte mich schwach an: «Schatz, setzt du dich einen Moment? Bitte?» Ich sah auf die Uhr. Ich musste erst in zwei Stunden los. Etwas Zeit hatte ich also noch. Ich setzte mich zu meiner Mutter, während Jessie sich in ihrem Körbchen verkroch.

 

«Nate… b-bist du sicher, dass du auf diese Schule willst?», fragte sie. Die Frage verwirrte mich. Sie merkte es und lächelte wieder. Aber ich konnte Tränen in ihren Augen sehen: «Ich… ich will nicht, dass dir was passiert. Es hat deinen Vater umgebracht und das hat uns fast zerstört. Ich will nicht, dass du auf dieselbe Weise stirbst! Keine Frau sollte ihren Mann und ihren Sohn überleben. Ich werde mich immer um mein kleines Baby sorgen… und ich weiss nicht, ob ich das aushalte…»

 

Sie brach in Tränen aus und ich stand erschrocken auf. Mir war nicht klar gewesen, was diese ganze Sache für einen Effekt auf meine Mutter haben würde. Diese Frau die ihren Seelenverwandten auf die grausamste Weise aller Zeiten verloren hatte und trotzdem alles getan hatte, um ihren Sohn zu einem guten Menschen zu machen. Sie frassen die selben Dinge wie mich auf. Die Tatsache, dass der Täter weder gefasst noch identifiziert worden war… oder dass die Regierung die ganze Sache unter Verschluss hielt. Und jetzt wollte ihr Sohn denselben Weg einschlagen.

 

Ich ging zu ihr hin und umarmte sie: «Mom… ich weiss, es ist nicht einfach… aber ich habe neulich herausgefunden… ich habe herausgefunden, dass ich Dad nur so in Ehren halten kann. Er hat es fast so sehr geliebt, Menschen zu helfen, wie er uns geliebt hat. Deswegen muss ich sein Erbe fortführen. Ich muss wie er ein Licht für die Menschheit werden. Jemand, zu dem die Leute aufsehen, bei dem sie sich sicherfühlen. Ein Symbol… des Friedens. Bitte. Lass mich das sein. Für Dad.»

 

Sie sah mich verweint. Dann wischte sie ihre Tränen weg. Sie hatte dieses Funkeln in den Augen, dass ich seit Dads Tod nicht mehr gesehen hatte. Sie hatte ihn immer gehabt, wenn Dad eine Auszeichnung oder sowas für seine Heldentaten bekommen hatte. Es war wahrer, inniglicher Stolz. Sie umarmte mich: «Dann sei ein Held. Mein Held.»

 

Ich trat wieder an Land. Die Fährenfahrt nach Liberty Island war total überfüllt gewesen. Logisch, mit all den Prüflingen heute. Ich begann in Richtung Freiheitsstatue zu schlendern. Seit sie NYHA gegründet hatten war die Insel ganz schön gewachsen. Mit dem ganzen Schulkomplex hinter der Statue war sie nun sicher fünf Mal so gross. Hatte aber was. Welche Schule konnte schon behaupten, dass sie die Freiheitsstatue vor dem Eingangstor hatte. Als ich zum Sicherheitsschalter am Eingangstor kam legte ich meinen Rucksack auf das Band und lief durch den Metalldetektor. Alles ruhig. Als ich meinen Rucksack wieder anziehen wollte, hielt mich der Sicherheitstyp auf: «Hey, Kleiner. Was sollen die ganzen Batterien in deinem Rucksack?» Ich hatte die circa dreissig 9 Volt Batterien in meinem Rucksack fast vergessen: «Die haben was mit meinem Quirk zu tun. Bin sowas wie ne lebende Batterie.» Der Kerl nickte ab und liess mich durch.

 

Der Schulcampus war unglaublich. Das Hauptgebäude sah aus wie eine normale Universität mit seinem alt gehaltenen Architekturstil und den gewaltigen Marmorsäulen vor dem Eingang. Die Nebenkomplexe waren zu einem Grossteil aus Glas und zum Teil auch Marmor. Umgeben war das Ganze von einem weiten, grünen Park. Die Rektorin solle gerüchteweise einen hohen Wert auf eine harmonische und natürliche Lernumgebung legen. In der Ferne hinter den Schulgebäuden waren die Sportanlagen und Turnhallen sichtbar. Vor dem Eingang des Hauptgebäudes war ein runder Platz aus Pflastersteinen. In der Mitte stand die Statue des ersten Symbols des Friedens Mathew Finnicks. Er hatte im ersten Weltkrieg die Wende gebracht, als er die Winde so manipulierte, dass unsere Flugzeuge problemlos gegen die Gegner ankamen. Der erste richtige Superheld war geboren.

 

Mein Schwärmen wurde von einer für meinen Geschmack zu bekannten Stimme unterbrochen: «Die lassen hier aber auch jeden rein, was, Akio?» Mason kam in seiner Baseballjacke heranstolziert. «Was hast du hier verloren? Ich dachte du hättest schon längst gemerkt, dass du nicht das Zeug zum Held hast», sagte er mit fieser Stimme. Seine Augen blitzten auf als, er seine braunen Locken zurückwarf.

 

«Hör zu, Mason. Ich will keinen Streit anfangen. Vielleicht gehen wir hier bald beide zur Schule. Da wärs doch gut, wenn wir uns vertragen, nicht?», schlug ich vor. Masons Hände fingen Feuer: «Wenn du kleine Ratte denkst, dass du hier angenommen wirst, dann muss ich dir wohl mal wieder zeigen, wo du hingehörst. Kannst ja nicht mal deinen Quirk richtig einsetzen.» Er setzte zum Schlag an und… bewegte seinen Arm keinen Millimeter. Er war komplett vereist.

 

«Wir haben heute Prüfung, du Genie. Solltest du dich nicht lieber vorbereiten, anstatt Streit mit anderen anzufangen?», sagte ein Mädchen mit weissen Haaren, dass hinter Mason hervorkam. Er sah sie wütend an. Wahrscheinlich hätte er das Eis an seinem Arm auch einfach mit seinem Feuer schmelzen können, aber dafür war im glaube ich seine Jacke zu schade. Er zog ab: «Nochmal Glück gehabt, Akio. Und du bist jetzt auch auf meiner Liste, Eishexe!»

 

Das Mädchen wandte sich mir zu: «Alles ok mit dir?» Erst jetzt viel mir auf, wie hübsch sie war. Ihre bleiche Haut, weissen Haare und blauen Augen waren in perfekter Harmonie aufeinander abgestimmt. Und sonst machte sie auch ganz schön was her. Sie war etwas kleiner als ich, machte aber einen selbstbewussten Eindruck. Mir fiel ein, dass ich auch noch antworten musste und ich fühlte mein Gesicht rot werden: «Ähm… k-klar alles gut. D-danke dir. Wie hast du das grad eben gemacht?»

 

Sie sah mich verwirrt an, dann verstand sie: «Ach, ich hab einen Quirk, der es mir erlaubt den Aggregatszustand von Wasser zu ändern. Technisch gesehen kann ich auch noch Wasser kontrollieren, aber den Teil meines Quirks benutze ich nicht. Aus… privaten Gründen.» Ich ging nicht weiter darauf ein, verstand aber immer noch nicht ganz: «Wie hast du dann vorhin…?» Sie holte eine Wasserflasche aus der Tasche ihres Hoodies. Jetzt wurde mir einiges klar. Die Schulglocke klingelte. «Jetzt wird’s ernst. Vielleicht sehe ich dich ja drin. Viel Glück!», wünschte sie mir. Ich wollte antworten, aber sie lief schon in Richtung Eingang. Ich hatte sie nicht mal nach ihrem Namen gefragt. Auch egal.

 

Ich machte es all den Prüflingen nach und betrat die Eingangshalle. Sie war schon voll mit den verschiedensten Bewerbern, alle mit unterschiedlichster Herkunft und Fähigkeiten. Der Boden war aus spiegelglattem Obsidian Gestein ausgearbeitet, während die Wände und einige umstehende Säulen aus Marmor bestanden. Zwei breite, gewölbte Marmortreppen führten an beiden Seiten des Raumes in den ersten Stock. Zwischen ihnen war ein runder Platz, auf dem sich die meisten Schüler gesammelt hatten. Dort führten mich meine Füsse hin.

 

Als ich nach oben sah, bemerkte ich die gewaltige Glaskuppel über uns. Sie flutete den gewaltigen raum mit Sonnenlicht. An den Wänden, die an den Rändern des grossen Platzes lagen, lehnten unzählige Vitrinen. Ich begann, sie alle abzulaufen. Auszeichnungen für die beste Schule des Landes, Sportpreise, alles war hier zu finden. Dann stockte ich. Ich stand vor der Vitrine, die gegenüber dem Eingang stand, und blickte in das grinsende Gesicht meines Vaters. Ich las die Inschrift unter dem Portrait:

 

William Akio (Redox)

1981-2006

Absolvent mit Auszeichnung

SdF Nr.6

 

SdF? Symbol des Friedens! Links von seinem Portrait hingen noch fünf weitere Bilder. Die anderen fünf… ich hatte von der falschen Seite angefangen. Ich wollte gerade das nächste ansehen, als ich angesprochen wurde: «Siehst du dir die Friedensträger an?» Die Stimme kam von einem grossen Kerl mit schwarzen, zurechtgekämmten Haaren. Vor seinen grauen Augen sass eine dicke Brille und er trug einen blauen Regenmantel. Er machte auf mich einen gebildeten Eindruck, vielleicht aus gutem Haus.

 

«Ja, warum fragst du?», fragte ich neugierig. Er richtete seine Brille: «Ach, du bist mir sofort aufgefallen. Du verschlingst hier förmlich alles mit deinen Augen. Da kam mir der Verdacht, dass du ein grosses Superhelden-Fan bist, hab ich Recht?» Ich nickte: «Ja, als Kind hab ich mich etwas in die Idee, selbst ein Held zu sein verliebt. Das hier ist mega krass, oder?»

 

Er lachte: «Nicht unbedingt die Worte, die ich verwendet hätte, aber ja; diese Hallen sind wirklich sehr eindrücklich. Wenn man bedenkt, wer vor uns schon hier entlanggewandert ist… Du scheinst ein grosser Redox-Fan zu sein?» Die Actionfigur, die aus meinem Rucksack hervorgelugt hatte, schwebte nun zwischen uns, umgeben von einem schwachem, lila Licht. Auf seiner Stirn, gleich zwischen seinen Augen, leuchtete ein Punkt in der selben Farbe. Psychische Kräfte… Cool… Ich nickte und packte die Figur, um sie wieder zu verstauen. «Weisst du, nimm es mir nicht persönlich, aber ich habe ihn immer als das schwächste Glied in der Kette des Friedens gesehen. Er war viel zu sehr ein Mann der Medien. Hat sich immer gerne vor die Kamera gestellt, nicht wahr? Wenn er mehr Zeit damit verbracht hätte, Bösewichte dingfest zu machen, als für die Öffentlichkeit zu posieren, dann würde er heute vielleicht sogar noch leben…»

 

Ich bohrte meine Fingernägel in meine Handflächen. Ganz toll, noch so ein Arschloch. Dem werde ich es ja noch sowas von zeigen! Er schüttelte den Kopf und hielt mir die Hand hin: «Entschuldige, meine Manieren. Mein Name ist Edward Lamb. Von den Lambs hast du sicher schon gehört, wir sind eine angesehene Heldenfamilie. Und mit wem hab’ ich das Vergnügen?» Widerwillig gab ich ihm meine Hand und drückte etwas fester zu, als nötig: «Nathan… Nathan Connors.» Er nickte freundlich: «Freut mich, Nathan Connors. Du, sag mal… was denkst du wie viele von uns nach diesem Test noch hier sein werden?»

 

«Was soll die Frage?», antwortete ich skeptisch. Wir drehten uns in Richtung der anderen. Edward sah mich mit vielsagendem Blick an: «Die theoretische Prüfung soll ja bekanntlich ein Kinderspiel sein, aber nach der praktischen lagen schon Leute im Koma. Du glaubst doch wohl nicht, dass alle hier drinnen das Zeug zum Helden haben, oder? Hier wird sozusagen das Spreu vom Weizen getrennt.» Ich blickte ihm prüfend entgegen: «Und in welche Gruppe glaubst du, gehöre ich?»

 

«Das wird sich zeigen», war zwar seine Antwort, aber ich konnte die wahre Antwort in seinen Augen sehen. «Viel Glück, Nathan. Auf einen angenehmen Prüfungstag.» Ich nickte: «Gleichfalls, Edward.» Unser allerliebstes Gespräch wurde von der Direktorin unterbrochen, die sich auf das Podium stellte, das zwischen den beiden Treppenenden lag. Sie ragte fast schon bedrohlich über alle, was wohl der Grund dafür war, dass sofort alle verstummten.

 

Die Direktorin war eine Frau um die sechzig. Sie hatte schulterlange, glatte, graue Haare und berechnende Adleraugen, gleichzeitig aber ein warmes Lächeln im Gesicht. Sie trug eine Lesebrille und den klassischen Professorenlook: Tweet Jacke, passende Hosen und Rollkragenpulli. Sie legte ihre Hände aufs Rednerpult und begann zu sprechen: «Herzlich Willkommen, junge Helden! Ich bin Professor Hendricks, die Direktorin dieser Schule. Schön, dass sich auch dieses Jahr so viele für die Prüfungen der NYHA eingeschrieben haben. Bedenken sie aber bitte, dass diese Prüfungen, die vor ihnen liegen, kein Leichtes sein werden. Auch sollte ihnen klar sein, welche Berufsrisiko Helden tragen. Noch kein Symbol des Friedens ist friedlich im Schlaf verstorben. Wenn Ihnen das alles klar ist, will ich sie gar nicht lange langweilen. Also entlasse ich sie nun in einen der entscheidendsten Tagen in ihrem Leben mit dem Motto unserer Schule: ‘Harte Zeiten erschaffen keine Helden. Es geschieht während der harten Zeiten, dass der Held in uns zum Vorschein kommt.’ Viel Glück, liebe Prüflinge. Einer unserer Lehrer wird Ihnen nun alles Prüfungsrelevante erklären.»

 

Ein blonder Mann, etwa Ende 30, mit Lederjacke trat zum Rednerpult. Sein Haare waren fast schon zu einer Elvis-Frisur hochgegellt und er trug eine Ray-Ban Sonnenbrille. Er schien etwas auf den Ohren zu haben, dass aussah wie schwarze Kopfhörer, aber irgendwie war ich mir da nicht so ganz sicher. Er knackte mit den Fingern und zog eine Metallmaske über den Mund, die an seinem Hals gehängt hatte. Sie sah einem Lautsprecher ähnlich… Verdammt, das war Matthew Grayson, der Held Impulsor! Ich hielt mir die Ohren zu, als Vorbereitung für das, was folgen würde. Er holte tief Luft, dann zerfetzte es uns fast das Trommelfell:

 

«Seeeeeiiiiiit iiiiiihr REEEEEAAAAADDDDYYYYYYYYY???!!?»

 

Alle fassten sich vor Schmerz an die Ohren und krümmten sich. Die Schallwellenkräfte von Impulsor wünschte man nicht mal seinen schlimmsten Feinden. Er stand nur lachend da und genoss die Aufmerksamkeit: «Scheisse, ihr solltet eure Gesichter sehen! Unbezahlbar!!! Egal, tut mir Leid, aber ich begrüsse alle Neulinge auf diese Weise. Weckt die Gemüter.» Alle sahen wütend zu ihm  hoch, aber ihm schien egal zu sein, wie sein Witz aufgenommen worden war.

 

«Na gut, fangen wir an. Wie der theoretische Test läuft wisst ihr ja schon. Ihr werdet einen Multiple-Choice-Test in den Schulräumen schreiben. Eure Zimmernummer habt ihr zugemailt bekommen und der Test beginnt in einer halben Stunde. Was den praktischen Test angeht, so werdet ihr in eines der fünf Trainingsareale gesteckt, um zu verhindern, dass sich frühere Klassenkameraden helfen.» Ich entdeckte Mason in der Menge. Er strich mit seinem Daumen die Kehle entlang, als er mich bemerkte. Danke, Gott.

 

«Zur eigentlichen Aufgabe. Der Test besteht daraus, das ihr in eine möglichst realistische Krisensituation gesteckt werdet. Euer Job wird es sein, die verteilten Bürger zu retten und gleichzeitig den bösartigen Militärrobotern auszuweichen oder sie zu zerstören. Sie sind in diesem Szenario die Bösewichte, die sich wohlgemerkt nicht zurückhalten werden. Ihr werdet nach Punkten bewertet. Jeder besiegte Feind und jeder Bürger, den ihr in die Safe-Zone schafft, bringt euch eine unterschiedliche Anzahl Punkte. Zum Beispiel bringt euch ein Kind mit Hirnerschütterung mehr Punkte als ein erwachsener Mann mit ein paar Kratzern. Was die Roboter angeht, je tödlicher desto besser. Euer Trainingsareal wird euch nach der schriftlichen Prüfung zugesteckt. Ich glaub, das war alles. Viel Spass! Und bleibt hip!!!»

 

Alle wurden unruhig. So eine schwere praktische Prüfung hatte es noch nie gegeben. Es wurde zwar schon gegen Bösewichte gekämpft, aber mit Katastrophenopfern die man beschützen und retten musste schien das eine unmögliche Aufgabe. Ich riss mich zusammen. Dad hätte es auch geschafft. Nicht vergessen, Nate: Du hast es im Blut! Ich sah mich um. Edward war nirgends mehr aufzufinden. Egal, er würde schon noch sehen, was in uns Akios so drinsteckt. Ich machte mich auf den Weg zu Raum 205. Noch mal tief durchatmen… heute beginnt der Rest meines Lebens.

 

Ich sass in der Umkleide und tauschte meinen grünen Hoodie und Jeans gegen meinen blauen Trainingsanzug aus. Als ich meine schwarzweissen Turnschuhe überstreifte, ging ich das Ergebnis der schriftlichen Prüfung nochmal durch. Die Ergebnisse waren sofort ausgewertet worden. Ich hatte 80 von 100 Punkten geholt. Kein schlechtes Ergebnis. Naja, verglichen mit Masons 93 Punkten war es nichts. Der Kerl war schlauer, als er sich gab. Jetzt kam der harte Teil. Mir war klar, dass ich nicht drum rum kommen würde, meinen Quirk zu nutzen. Wer hätte gedacht, dass das letzte Jahrzehnt der Quirk-Boykottierung nach hinten losgehen würde. Ich rief mir die Worte der mysteriösen Frau erneut ins Gedächtnis. Würde schon schiefgehen.

 

Ich kam vor den Betonmauern des Trainingsareals 3 an. Es schien sich um ein riesiges Rechteck mit irgendeiner lebensnahen Umgebung zu handeln. Einige Blocks passten allemal rein. Vor den gewaltigen Toren hatten sich schon die meisten Schüler versammelt. Als ich mich in den Reihen so umsah, fiel mir auf, dass die meisten einen sehr selbstbewussten Gesichtsausdruck hatten. Die waren todsicher, dass sie alle anderen im Staub stehen lassen würden. Ich selbst sah wahrscheinlich eher aus wie ein panisches Nervenbündel. Ich versuchte mich zusammenzureissen.

 

Auf einmal sah ich in der Menge eine schneeweisse Frisur, die zu einer Person in hellblauem Trainingsanzug gehörte. Das Mädchen von heute früh! Ich musste mich dringend nochmal mit ihr unterhalten. Ich musste sie wenigstens nach ihrem Namen fragen. Und ihr viel Glück wünschen! Das war das mindeste. Auf dem Weg zu ihr wurde ich jedoch abgewürgt: «Hey, Nathan. Bereit für das grosse Finale?» Edward Lamb, in seinem schwarzen Trainingsanzug, dehnte sich ein paar Meter abseits und musterte mich prüfend.

 

«Klar. Nach der Schriftlichen sollte das ja ohne Problem ablaufen. Ich bereite mich nur… mental vor», mein Blick traf bei diesen letzten paar Worten sah instinktiv zu dem Mädchen rüber. Lamb folgte meinem Blick: «Ja, ich weiss genau, was du meinst. Der sieht man sofort an, dass sie was auf dem Kasten hat. Mehr als so manch anderer.» Was hatte der Kerl bloss für ein Problem? Wollte er mich irgendwie testen? Ich ging nicht weiter darauf ein.

 

Impulsors liebliche Stimme ertönte: «Na gut, jetzt geht’s richtig ab, Guys and Girls! Zeigt was ihr könnt! Die Tore öffnen sich in 10…» Ich nahm eine Startposition ein. Jetzt hiess es jeder gegen jeden. Ich sah zu Lamb rüber: «Viel Glück. Und übertreib nicht»

 

«5…»

 

Lamb grinste herausfordernd und nahm selbst eine Startposition ein: «Möge der beste Held gewinnen…» Da hatte er Recht. Der beste Held würde gewinnen.

 

«2… 1…… GO!!!»

 

Alle rannten los. Lamb hob vom Boden ab. Er schoss in Richtung Eingang, umgeben von einer lila Aura. Vielleicht war sein Quirk doch nicht so toll für mich, wie gedacht. Das Eismädchen war nicht besser. Sie schien spezielle wasserausstossende Schuhe zu tragen, denn sie rannte auf dem Boden entlang, als würde sie Schlittschuh fahren. Ich nahm die Beine in die Hand und rannte durchs Tor. Tatsächlich, wir waren in einer Zusammensetzung von Blocks, die verdächtig nach West Side aussahen. Nur dass alles komplett verwüstet war und voll mit panischen Leuten und Killerrobotern. Die Roboter sahen aus wie bis an die Zähne bewaffnete Panzer mit Kameras obendrauf. Ich hätte nicht darauf gewettet, dass sie unscharfe Munition verwendeten. Rein selbsterhaltend denkend entschied ich mich dafür, Leute zur Safe-Zone zu bringen, die gleich am Eingang lag.

 

Die erste Person in Nöten, die ich sah, war ein süsses Mädchen in meinem Alter, dass mit einer Kopfverletzung panisch vor einem Roboter davonrannte. Ich wollte gerade zur Rettung eilen, als sie direkt an mir vorbeiflog. Ich drehte mich um. Da stand ein grauhaariger, dünner Junge in Hoodie und Trainingshosen, der das geschockte Mädchen an der metallenen Gürtelschnalle festhielt. Er war etwas kleiner als ich, und trug eine Brille. «Sorry, Kumpel. Mehr Glück beim nächsten Mal», witzelte er schadenfreudig. Dann wandte er sich dem Mädchen zu: «Ahhh… endlich mal jemand, der es wert ist gerettet zu werden. Wo bleibt hier die Dankbarkeit für den Retter?» Er sah sie lüstern an.

 

Sie schien schockiert: «Lass mich sofort los, du Perverser!» Er schüttelte nu den Kopf: «Dann halt nicht.» Er zog sie trotz ihres Protestes in Richtung Safe-Zone. Na gut, dann eben der Nächste. Da kam auch schon die nächste Chance: Ein altes Ehepaar, dass in den Klauen eines 7 Meter Roboters gefangen war. Ich absorbierte die Energie einiger Batterien, die ich mir in die Taschen gestopft hatte, dann rannte ich auf die Schrottkiste zu. Ich konzentrierte mich darauf, meine Kraft zu sammeln und… wurde komplett aus meiner Bahn geworfen und landete auf meinem Gesicht. Ich sprang kampfbereit auf.

 

«Tut mir Leid! Du warst im Weg.» Rief eine bildhübsche Blondine in gelbem Sport-Top und schwarzen Leggings, als sie mit… ihren durchsichtigen Flügeln an mir vorbeiflog! Sie hatte Fühler auf dem Kopf und im Schlepptau eine wortwörtliche Bienenarme. Sie schnappte sich Die Senioren und flog quer über meinen Kopf Richtung Safe-Zone, während die Bienen den Roboter demontierten. Die Explosion liess nicht lange auf sich warten. Scheisse, soviel zu Rettungsaktionen. Na gut, Zeit für die Offensive. Roboter zum verschrotten gab es ja anscheinend genug.

 

Ich nahm einen kleinen Roboter ins Visier, der gerade mit einem Laserstrahl ein Haus abfackelte. Erneut schoss ich los und ballte meine Faust. Schlag in die rechte Seite. Ich wurde geradewegs in eine Betonmauer katapultiert. Ich spürte meine Rippen knacksen. Mit Mühe rappelte ich mich auf. Ich hatte Sterne vor Augen. Dann spürte ich eine Metallklaue am Hals, die mich zu Boden rammte. Die Luft wurde mir aus der Lunge gedrückt, ich sah alles verschwommen. Als ich wieder Normal sehen konnte, erkannte ich die Kamera, die 20 Zentimeter von meinem Gesicht entfernt war. Eine Waffe tauchte über meinem Kopf auf. Ich versuchte mich zu wehren, aber vergeblich. Er hatte mich fest im Griff.

 

Ein starker Windstoss traf uns und der Roboter wurde fast schon in die Luft gehoben. Ein schwarzhaariger Typ in grünem Trainingsanzug schwebte neben mir auf den Boden. Mit einer Handbewegung entstand eine Windböe, die mich auf die Füsse riss. Er griff meine Schultern: «Alter! Reiss dich mal zusammen. Sonst gehst du noch drauf!» Er schoss wieder in die Luft.

 

«Noch fünf Minuten. Haltet euch ran, die Zeit geht euch aus!», hörte ich Repulsors Stimme. Wie bitte?! Fünf Minuten?!? Jetzt wurde ich panisch. Ich musste dringen IRGENDWAS machen! Aber die Gegner waren mittlerweile schon fast alle demontiert. Sie schienen sich in einer Reihe praktisch selbst zu zerstören! Zum Teufel?! Ich sh auch keine Verwundeten mehr. Scheisse, ich hatte doch noch keinen einzigen Punkt geholt!

 

Plötzlich bewegte sich der ganze Boden, wie bei einem Erdbeben. In der Nähe einer Brücke, die mi stark nach der Brooklyn Bridge aussah, tauchte ein riesiger Roboter auf, etwa 40 Meter hoch. Alle sahen einen Moment stumm in seine Richtung, dann rannten alle in die andere Richtung, mit denen die sie noch retten konnten. Ich hörte einen Schrei. Er kam aus der Richtung der Brücke. War ja klar. Auf ein Neues sprintete ich los.

 

An beiden Seiten rannten Mittestlinge mit panischen Gesichtsausdrücken an mir vorbei. Aber ich liess mich nicht abhalten. Dieses Ding schien wirklich gefährlich zu sein. Wenn da noch jemand war… Ich musste da hin! Ich betrat die Brücke gerade, als Lamb mit leeren Händen an mir vorbeischwebte. Mit tellergrossen Augen starrte er mich an: «Bist du wahnsinnig! Mach das du hier wegkommst, du Idiot! Dieses Ding wird dich noch umbringen. Dafür hast du nicht das Zeug, Connors!»

 

Wütend durchbohrte ihn mein Blick: «Das werden wir ja noch sehen. Und mein Name ist Akio!» Ich liess ihn hinter mir. Ich sprang durch eine dicke Rauchschwade. Als sich mein Blickfeld wieder lichtete, sah ich das weisshaarige Mädchen, dass mit einem kleinen Jungen im Arm auf mich zu gerannt kam. Sie rannte normal, was wohl bedeuten musste, dass sie all ihr Wasser aufgebraucht hatte. Sie war ganz schön abgekämpft. Der Schrotthaufen von einem Wolkenkratzer begann hinter ihr, die Brücke zu zerstören. Das ganze Konstrukt drohte in sich zusammenzubrechen.

 

Ich bleib stehen und kramte die übrigen Batterien aus meinen Taschen. Allesamt leerte ich, dann ging ich in die Hocke. Komm schon… alle Energie in die Beine. Ich konnte spüren, wie ein Schwall von Energie in meine Beine runterwanderte. Sie platzen fast vor Energie. Es schienen Blitze um sie herumzufliessen. Ich atmete tief ein. Alles oder nichts… Los!!!

 

Ich katapultierte mich in die Luft und schoss wie eine Kugel durch die Luft, an dem Mädchen vorbei, geradewegs auf die Visage des Roboter zu. Der Wind zischte mir in den Ohren, ich war so schnell, dass ich kaum noch die Augen offen halten konnte. Aber das alles spielte keine Rolle, wenn ich dieses Fing nicht zu Altmetall verarbeitete. Ich ballte die Faust und legte zum Schlag an. Die Energie, die pure Elektrizität sträubte durch meinen Arm. Gleich würden wir zusammenstossen.

 

Zuerst war es mir lächerlich vorgekommen, was die mysteriöse Frau mir geraten hatte zu rufen. Aber jetzt schrie ich es, mit dem innersten meiner Seele, mit allem was in mir steckte:

 

«SMMMMAAAAASSSHHHHH!!!!!»

 

Meine Faust prallte auf der Kameralinse auf und sie zersprang zu tausend Splittern. Die Druckwelle warf den Roboter von den Füssen und mitten ins Trümmerfeld. Von einem Kopf war nichts mehr zu sehen, der flog quer durch die Arena und knallte in die Betonwand am Rand. Er explodierte mit lautem Getöse.

 

Ich flog derweil zurück in Richtung Eingang, in 40 Metern Höhe wohlgemerkt. Ich versuchte mich irgendwie zu bewegen, als ich bemerkte, dass sowohl meine Beine, als auch mein rechter Arm gebrochen waren. Schöne Scheisse! Ich raste immer schneller auf den Boden zu. Geradewegs auf einen defekten Hydranten zu. Die Wasserfontäne, die quer über die Strasse schoss, würde mich aber kaum retten. Der Wind begann stärker zu rauschen. Mit dieser Geschwindigkeit war ich nach dem Aufprall nur noch ein Häufchen Matsch! Toller Held, stirbt beim Aufnahmetest! Ich machte meine Gebete und schloss mit meinem Leben ab. Ich schloss meine Augen. Mason würde sich sicher einen schlapplachen, wenn der von der Crème de Akio zu hören bekam. Ich dachte an meine Mom… und Dad. Tut mir Leid, Dad… ich hab’s nicht geschafft.

 

Plötzlich bemerkte ich, dass ich mich gar nicht mehr bewegte. Meine Leistengegend fühlte sich irgendwie unterkühlt an. Ich machte die Augen wieder auf. Ich ragte ein paar Meter über dem Boden. Meine untere Körperhälfte war komplett in das Wasser des Hydranten gehüllt, dass mittlerweile zu Eis erstarrt war. Am Hydranten stand das weisshaarige Mädchen total ausser Atem und hielt eine Hand an die Eis Säule. Der Junge, den sie vorhin noch getragen hatte, sass neben ihr a, Boden und schaute genau so perplex drein wie ich.

 

«Danke, dass du mich davor bewahrt hast, zur Pfütze zu werden. Nett von dir», sagte ich so cool es eben ging, wen man 2 Meter über dem Boden zur Hälfte in einem Eis Bogen hängt. Sie lachte: «Danke dir für die Rettungsaktion, du Komet!» Netter Spitzname. Ich musste bei meinem Sprung schon ziemlich dämlich ausgesehen haben.

 

«Ich heisse übrigens Nathan. Du kannst mich Nate nennen», stellte ich mich vor. Das war schon lange überfällig. Sie schüttelte den Kopf: «Ich bin Primrose. Prim geht auch. Gute Arbeit, Nate.» Sie sprang in die Luft und klatschte mich ab.

 

Drei Stunden später standen wir alle wieder in der Eingangshalle. Es war schockierend gewesen, wie schnell die Heil-Quirks der Leute auf der Krankenstation Wirkung gezeigt hatten. Ausser einem kleinen Verband an meinem Arm war praktisch nichts mehr zu sehen. Meine Beine waren schon fast wieder wie neu, wenn man von dem tödlichen Muskelkater absah. Prim stand neben mir und kühlte das Ganze mit etwas Eis. Self-Made natürlich. Sie war wirklich nett. Offenbar aus war ihr Dad ein selbst ein Held. Sie war aber nicht wegen ihm hier, wie sie mir versicherte. Ich hatte das Gefühl, dass eine tolle Freundschaft vor uns lag.

 

Professor Hendricks trat erneut ans Rednerpodium. Sie schien guter Laune zu sein: «Wie ich höre, haben dieses Jahr besonders viele Schüler die Prüfungen mit Bravour gemeistert. Ausgezeichnet. Wie jedes Jahr werden nun noch die besten drei Schüler der Prüfungen gekürt und ausgezeichnet. Beginnen wir mit…» allen stockte der Atem. Diese drei Schüler wussten als erste Bescheid, ob sie aufgenommen wurden.

 

«… Mason Parker! Mit ausgezeichneten Prüfungswerten und einer praktischen Punktzahl von 110 Punkten belegt er Platz drei. Selten haben wir jemanden gesehen, der Bösewichte so gnadenlos fertigmacht. Kommen sie bitte zu mir hoch, Mr. Parker.» Ich hasste die Welt. Natürlich, wer sonst! Er stolzierte die Treppe hoch und liess sich von Prof. Hendricks die bronzene Medaille umlegen.

 

«Als zweites haben wir… Primrose Frostine! Mit ausgezeichneten Rettungsaktionen und das Überordnen von anderen Leben gegenüber ihrem eigenen erreichte sie eine praktische Punktzahl von über 150 Punkten! Glückwunsch, meine Liebe.» Prim sah mich fassungslos an. «Geh schon hoch!», flüsterte ich ihr zu und scheuchte sie schon fast in Richtung Treppe. Sie nahm die silberne Medaille an und stellte sich neben Mason. Er sah mich mit tödlichem Blick an.

 

«Und auf Platz eins haben wir…» Ich wettete auf Lamb. Er war während des gesamten Test geradeso umhergeflogen und hatte links und rechts Leute gerettet. Oder vielleicht auch der Kerl im grünen Trainingsanzug, der mich gerettet hatte. Der schien auch ziemlich geregelt zu haben.

 

«Nathan Akio! Nicht nur, dass es den stärksten Gegner auf dem Feld besiegt hat, was ihm 100 Punkte bescherte, nein für seinen selbstlosen Einsatz zum Wohl anderer erhält er weitere 100 Punkte. Damit die maximale Punktzahl in der praktischen Prüfung.» Ich war schockiert. Alle redeten wild umher, als der Name Akio gefallen war. Dad hatte Mom und mich immer gut aus all dem herausgehalten, was bedeutete, dass ich mich heute zum ersten Mal in der Öffentlichkeit als William Akios, oder Redox’ Sohn offenbarte. Ok… here goes nothing.

 

Ich stakste die Treppe hoch. Alle Augen waren auf mich fixiert. Flüchtig entdeckte ich Edward, der einen schuldbewussten Gesichtsausdruck machte. Seine Bemerkung über meinen Vater schien ihm jetzt Leid zu tun. Wenigstens etwas. Ich kam oben am Rednerpult an. Prim lächelte. Masons Kinnlade war am Boden. «Glückwunsch, Mr. Akio. Sie kommen ganz nach ihrem Vater», Prof. Hendricks legte die goldene Medaille an. Ich stellte mich neben Prim. Die Direktorin wandte sich wieder der Menge zu: «Und damit beginnen wir im Herbst ein neues Schuljahr. Es wird kein leichtes Jahr werden, aber ich bin zuversichtlich, dass viele wackere Helden aus ihnen hervorgehen werden, die die Gesellschaft bereichern werden. In jedem schlummert ein Held. Man muss nur den Mut haben, ihn die Kontrolle übernehmen zu lassen. Auf ein produktives und heldenreiches Schuljahr, liebe Schüler. Auf die Helden von Morgen.»