Ori and the Blind Forest – Review

Die Welt von Nibel

Ori and the Blind Forest – Die Review zum Jump n’ Run Phänomen

Bereits im Frühjahr 2015, am 11. März um genau zu sein, erschien auf der Xbox und Windows PCs eines der meistgeliebten 2D Jump n’ Run Spiele des letzten Jahrzehnts. Moon Studios wurde mit diesem Spiel zu den grossen Spielern emporgehoben. Dementsprechend ist bereits der zweite Teil der Reihe in Arbeit, der heute aber nicht Thema sein soll. Nein, heute takeln wir den ersten Teil dieser Reihe: Ori and the Blind Forest. Was hat das Spiel wirklich zu bieten? Und ist es eine Kaufempfehlung wert? Nach über drei Jahren beantworten wir heute diese Frage.

Story

Der Wald von Nibel ist das Heim vieler magischer Kreaturen. Eines davon ist Ori, ein Lichtkind des Ginsobaumes, das in einem Sturm verloren ging. Ori wird aber schnell von Naru, einem Yeti-ähnlichen Wesen, adoptiert und gemeinsam leben sie in friedlicher Idylle. Doch plötzlich beginnt der Wald zu sterben. Alles verdorrt und verwest bis zu dem Punkt, dass Naru sogar vom Angesicht der Welt scheidet. Ori, denn nun nichts mehr in seinem Heim hält, macht sich auf die Suche nach seiner wahren Herkunft. Als wäre der Story-Beginn nicht schon emotional genug, bekommt die Verlustbotschaft des Spiels im weiteren Verlauf des Spiels noch eine viel tiefgreifendere Rolle. Und das kratzt nur an der Oberfläche der Story. Wegen einem Faktor wird die Story am Ende jedoch etwas abgeschwächt. 9 von 10 Punkten.

Gameplay

Ori steuert sich sowohl mit Controller als auch mit Tastatur unglaublich gut. Die Steuerung ist nicht nur genau, sondern auch wahnsinnig intuitiv. Die Fähigkeiten, die Ori im Verlauf des Spieles erhält, werden super an den Spieler herangeführt und sind innovativ in die Welt eingebunden. Auch das Kampfsystem hat eine gewisse Komplexität hinter sich, die einiges an Strategie erfordert. Die zahlreichen Abschnitte des Spiels, wie die drei Dungeons oder die Flucht-Passagen, sind unglaublich gut umgesetzt und überzeugen voll und ganz. Auch das Leveling-System ist gut umgesetzt, wobei es zu viel XP im Spiel gibt, als man für alle Skills braucht. Das bestrafft die 100%-Spieler in meinen Augen etwas zu sehr. Hier gebe ich 8 von 10 Punkten.

Grafik und Musik

Das Spiel hat einen unverwechselbaren Grafikstil. Im Grunde sieht alles aus wie ein wunderschönes, animiertes Gemälde. Dieser Grafikstil verzaubert den Spieler und ist in die einzelnen Gebiete, von See-Gebiet bis Vulkan-Region, perfekt eingebunden. Ich habe mich beim Spielen oft ertappt, wie ich einfach nur die wunderschönen Landschaften und Lichteffekte bewunderte. Was die Musik angeht,  so ist meine Meinung wohl ziemlich eindeutig, wenn man bedenkt, dass ich die gesamte Playlist des Spiels auf meinem Handy gespeichert habe. Der Soundtrack verkörpert perfekt dieses natürliche, magische Flair des Spiels. Er ist perfekt auf die Situation abgestimmt und steuert vor allem bei emotionalen Momenten einiges bei. Auch ist das Hauptthema immer perfekt in die Musik eingebunden und reisst einen in jeder Situation mit. 10 von 10 Punkten.

 

Botschaft

Ori erzählt eine vielseitige Geschichte. Verlust, Wachstum, Angst, Liebe und der Kampf für seine Liebsten sind nur einige der Aspekte des Spiels. Aber die wahre Botschaft des Spiels wird einem im Verlauf des Abenteuers immer wieder entgegengebracht, besonders am Ende der Geschichte. Das Spiel verzichtet auf einen durch und durch bösen Antagonisten und gibt der Bösewichtin, der Rieseneule Kuro, einen Grund für ihre Taten. Man versteht sie nicht nur, man hinterfragt sogar, ob man nicht genauso gehandelt hätte. Und am Ende ist sie die wahre Heldin. Die Story zeigt uns auf, wie unnötig eigentlich jeder Krieg ist und dass die Welt ohne jene ein viel besserer Ort wäre. Wenn ein Spiel eine solche Botschaft einbaut, hat es wirklich etwas richtig gemacht. 10 von 10 Punkten.

 

Zu guter Letzt kommen wir auf eine Wertung von 9.25 von 10, eine Wertung die das Spiel voll und ganz verdient hat. Der wundersame Wald von Nibel nimmt einen voll und ganz ein und lässt fast keine Wünsche für Verbesserungen offen. Ich für meinen Teil habe das Spiel jetzt schon drei Mal zu 100% komplettiert und kann den zweiten Teil kaum noch abwarten. Von mir gibt es eine ganz klare Kaufempfehlung, für Jump n’ Run Spieler, die gänzlich von der Welt eingenommen werden wollen.